Eulen machen leise
29.9.2018: Während ich dies schreibe, spüre ich immer noch die Wirkung der Eulen, mit denen mein Kollege Achim Häfner heute die Fachtagung "Tiere als Co-Therapeuten und Helfer" des LIS e.V. besucht und enorm bereichert hat.

Eulen machen tiefenentspannt. Ich war mit dem Uhu in einer anderen Welt, habe kaum noch etwas um uns herum wahrgenommen. Fokus auf die Ruhe in der Eule, eine Ruhe, die sie auf mich übertragen hat. Erholung fürs Gehirn, die noch sehr lange nach der Begegnung anhält.

Was das Wort "Kollege" betrifft, ist es an der Zeit für ein deutliches Statement: Achim Häfner ist Falkner seit seinem 14. Lebensjahr und setzt seit Jahrzehnten seine Eulen therapeutisch ein. Trotzdem sagt er sehr bescheiden von sich, er sei kein Therapeut. Viele in der Tiergestützten Therapie arbeitenden Menschen würden betonen, dass es sich, mangels therapeutischer Ausbildung, im Fall von Achim Häfner und seinen Eulen nur (und in diesem Wörtchen schwingt eine enorme Hierarchisierung und Abwertung mit) um einen Besuchs- und nicht um einen Therapieeinsatz handelt. Sowohl bei Achim Häfner als auch bei einigen anderen mir aus der ehrenamtlichen Arbeit bekannten Fällen muss ich eindeutig widersprechen! Es macht in meinen Augen eben NICHT nur die Ausbildung den Therapeuten, umso weniger, als eine solche heutzutage leider käuflich zu erwerben ist und keine der Eigenschaften und Kenntnisse zwingend voraussetzt, die für mich die Grundlage jeder therapeutischen Arbeit mit Tieren darstellen und die ich in Vollendung bei Achim Häfner und seinen Eulen beobachten und erfahren durfte:

Er wirkt als Mensch und baut im Handumdrehen Vertrauen auf (das ist wörtlich zu nehmen, wenn er die Hand des Klienten im Falknerhandschuh dreht, bis der Vogel optimal sitzt).
Er kennt seine Eulen in- und auswendig. Auch hier sehe ich nicht Dressur, sondern Vertrauen als Grundlage dafür, dass sie ruhig und entspannt auf der Hand wildfremder Menschen sitzen bleiben, sich anfassen lassen und so viel Nähe ertragen.
Er verfolgt ganz eindeutig therapeutische Ziele, und er weiß, wie er diese erreicht. Dass er bei Menschen mit autistischer Wahrnehmung mit einem Uhu die besten Erfolge erzielt, bei Menschen mit Demenz hingegen mit der wohlbekannten Schleiereule und welcher Vogel bei Menschen mit Spastiken ruhig bleibt.
Die Haltung seiner Tiere während des Einsatzes, unterwegs und zu Hause wird in beeindruckender Weise den Bedürfnissen der Tiere gerecht. Dies spiegelt sich in ihrem ruhigen, zufriedenen Wesen wider und in der Kraft, die sie in sich tragen und während der therapeutischen Einsätze an ihre Klienten weitergeben.

Sehr herzlichen Dank für diese berührende und inspirierende Erfahrung.
Auch an Dich, Marga:











Urmels 2017
31.12.2017: Ein kleiner Jahresrückblick auf unsere ersten Canicross-Rennen.
StrongDog Berlin, MUT-Lauf auf dem Tempelhofer Feld, Tough Hunter Warmensteinach und Wildlife & Outdoorsport Hürtgenwald. Außerdem habe ich mein Better Mushing Seminar absolviert und die VDSV-Musher-Lizenz erhalten. Let's rock 2018!

Video Urmels 2017 (33 Sekunden)


Urmel beim MUT-Lauf 2017
1.10.2017: Im Team eines unserer Arbeitgeber, des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses Berlin-Weißensee, nahmen wir auch dieses Jahr am MUT-Lauf auf dem Tempelhofer Feld teil. Mit 2 km in 9:41 setzten wir unser Zeichen für die Entstigmatisierung von Depressionen. Unvergesslich der Moment, als Urmel wegen Gegenwind aufhörte zu ziehen und ich mich inmitten echt schneller Leichtathleten wiederfand ... Deren Tempo ohne Urmels Zugkraft zu halten, war wirklich eine Herausforderung!







Urmel beim StrongDog 2017
1.7.2017: In der sommerlichen Wettkampfpause endlich das Video meines ersten Canicross-Rennens mit Urmel. Dank Dir, Annick, für den wundervollen Tag beim StrongDog in Berlin! Und Danke an meine Teamkollegen von Hauptstadt Canicross!!! Das ist für Euch:

Video StrongDog Berlin 2017 (33 Sekunden)



Igel-Intermezzo
31.3.2017: Zwei Wochen lang hatten wir einen Gast auf unserem Balkon: Einen Igel, den wir von Zecken und Flöhen befreit und aufgepäppelt haben. Jetzt lebt er wieder in Freiheit in unserem Therapiegarten :-) ... Weiterlesen


Urmels erster Schnee
28.1.2017: Ich hätte nie gedacht, dass Urmel als waschechte Spanierin so begeistert ist vom Schnee. Nach dem Training schläft sie sogar auf den Küchenfliesen statt auf ihrem Bett, wie ihre Schlittenhundefreunde :-) ... Weiterlesen


Urmels Weihnachts-Special
6.12.2016: Falls Ihr noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, gibt's jetzt so etwas wie unkommerzielle Werbung. Ich krieg nichts dafür, aber wenn es Euch eine lange Suche erspart, freue ich mich :-)
Von diesen zehn Hunde-Produkten bin ich wirklich überzeugt. Oft habe ich mehrere Modelle ausprobiert, bis ich endlich mit dem jetzigen wirklich zufrieden war. ... Weiterlesen


Eine Liebeserklärung an Urmel und an den Lurcher in ihr
6.11.2016: Dass unter Urmels Ahnen Airedale Terrier waren, ist offensichtlich. Ihre Geschwindigkeit, ihre langen Beine und ihr drahtiger Körperbau geben Hinweise darauf, dass ein Podenco Andaluz in ihr stecken könnte. Diese Jagdhunde kommen in Andalusien vor – der Gegend im Süden Spaniens, aus der Urmel stammt. Eine der drei Größenvarianten wird nur 42 cm groß und 8 kg schwer – das würde erklären, warum Urmel kleiner ist als eine reinrassige Airedale-Hündin. Als Mischling aus Airedale und Podenco wäre Urmel ein Lurcher: Eine Kreuzung aus einem Windhund und einer anderen Hunderasse. Die Tatsache, dass irgendjemand ihr in den ersten neun Monaten, bevor sie in Marbella auf der Straße gefunden wurde, die Rute kupiert hat, könnte übrigens darauf hindeuten, dass sie für die Jagd vorgesehen war. Genau zu diesem Zweck wurden Lurcher schon im 14. Jahrhundert in Großbritannien und Irland gezüchtet, weil reinrassige Windhunde dem Adel vorbehalten waren.

Was bedeutet das nun für uns? Je mehr ich mir bewusst mache, dass ein Windhund in Urmel steckt (was übrigens von Anfang an klar war), desto besser kann ich mit ihrer enormen Geschwindigkeit im Freilauf und ihrer optischen Aufmerksamkeit (Sichtjägerin) für mögliche Beute umgehen. Bindung, Rückruftraining und immerwährende Aufmerksamkeit meinerseits sind die Eckpfeiler, die einen kontrollierten Freilauf tatsächlich möglich machen. Was bei Clara und Joschi sehr bald selbstverständlich war, ist bei Urmel jedes Mal ein besonderer Grund zur Freude :-)

Urmel ist zwar anspruchsvoller zu führen als meine beiden "alten Hasen" – sie hat aber auch eine Eigenschaft mitgebracht, an der ich mit Clara und Joschi lebenslänglich werde arbeiten müssen: Urmel bleibt wunderbar unproblematisch alleine :-) Und auch andere Wesensmerkmale, die man dem Lurcher zuschreibt, entdecke ich an Urmel: So hat sie sich in den acht Monaten, die sie bei uns lebt, noch mit keinem Hund gestritten – selbst wenn Clara und Joschi miteinander oder mit fremden Hunden ein Geplänkel anfangen, hält Urmel sich raus. Das macht das Leben mit ihr als drittem Hund im Rudel sehr entspannt! Sie spielt zwar gerne und ausgelassen mit Joschi, ist aber grundsätzlich ein sehr ruhiger Hund – sehr angenehm auch für unsere Klienten. Momentan ist Urmel in der Pubertät – dies zeigt sich zum Einen im Auf-einmal-nicht-mehr-Befolgen von Kommandos, zum Anderen in ihrer erhöhten Sensibilität für Umweltreize. Dies besonders bei der Arbeit zu berücksichtigen, ist eine große Herausforderung. Wenn wir die gemeistert haben, wird Urmel ein hervorragender Lebens- und Therapiebegleithund sein – voller Liebe und Loyalität, Intelligenz und Vertrauen!!!


Urmel und der Gehörnte
27.10.2016: Gemeinsam erleben wir bewegende Augenblicke bei der Arbeit mit unseren Klienten und außergewöhnliche Begegnungen an einem wunderschönen Tag im Wildpark Schorfheide. ... Weiterlesen


Urmel und der Fotograf
20.9.2016: Wir hatten Besuch von einem Journalisten, der einen Artikel für die AOK-Zeitschrift schreibt über unseren wöchentlichen Besuch in der Demenz-WG. Ein ganz herzlicher Dank an Karl Grünberg für diese berührenden Fotos! ... Weiterlesen


Urmels erster Lauf
21.8.2016: Urmel nimmt im Team der Alexianer am MUT-Lauf auf dem Tempelhofer Feld teil. Bei der Arbeit beweist sie Ruhe, Gelassenheit und Menschenfreundlichkeit und erweitert nebenbei ihr Wissen auf dem Gebiet der Großpapageien. ... Weiterlesen


Urmel und die anderen Tiere
9.7.2016: Urmel vertieft ihre Kenntnisse der heimischen Flora und Fauna und erlebt mit Joschi (Clara hatte Sonderurlaub) und uns einen aufregenden Tag beim Kaltblutrennen "Titanen der Rennbahn" in Brück. ... Weiterlesen


Urmel und der Esel
12.6.2016: Urmel fasst Vertrauen zu Eseln und Menschen mit seltsamen Helmen, erlebt Abenteuer bei einer Übernachtung im Wald und genießt nach wie vor am meisten den Kontakt zu Menschen. ... Weiterlesen


Urmels erstes Buch
14.5.2016: Urmel entdeckt Käse- und Würstchenbäume, hat große Freude am Spielen und Kontaktliegen, lernt neue Regeln für den Freilauf im Wald und trifft einen Rüden, der ihr verblüffend ähnlich sieht. ... Weiterlesen




Philosophische Gedanken
21.4.2016: Ich glaube, was bei meiner Art der Hundetherapie am stärksten wirkt, ist, dass ich meinen Klienten das Liebste anvertraue, das ich habe. Wenn ich ihnen einen meiner Hunde gebe, spüren meine Klienten, dass ich ihnen vertraue und ihnen etwas zutraue.
Gestern war auch Bianca bei der Therapie dabei, eine offensichtlich sehr geliebte Kuscheltier-Maus, die meine Klientin durch den Alltag begleitet. Als die Klientin Joschis Leine nahm, sollte ich im Gegenzug auf Bianca aufpassen. Wir haben uns sehr gut verstanden und Bianca hat mir beim Kräutersammeln geholfen – sie hat den Beutel festgehalten.
Nicht nur im Wald, sondern bis auf die Station habe ich Bianca getragen und fand die Kombination "Schild = Klinik-Mitarbeiter" + "Kuscheltier auf dem Arm = ???" ziemlich lustig :-)


Urmels erste eigene Klientin
11.4.2016: Urmel arbeitet, schläft, beobachtet Frischlinge und Lämmer...
... und sie beweist, dass vier Monate Tierheim im Idealfall eines bedeuten:
Eine wundervolle Sozialisierung mit anderen Hunden! ... Weiterlesen


Das Kommando "Halt."
8.4.2016: Aufrechte Körperhaltung, Körperspannung. Wenn Hund neben einem geht, mit hörbarem Schleifen abrupt stehen bleiben. Trainieren wir an jeder Straße. Wenn Hund in Blickrichtung steht, Unterarm und Zeigefinger heben. Wenn er auf einen zu läuft, hoch aufgerichtet einen stampfenden Schritt in seine Richtung machen und ihn auf Entfernung "wegschieben". Damit er nicht wegläuft, zunächst mit Schleppleine, auf die man drauftreten kann, wenn der Hund das Kommando ignorieren sollte.
Auflösung: "Lauf rüber!", "Na lauf!" oder "Komm mal her!"


Urmels erster Arbeitstag
6.4.2016: Clara und Joschi zeigen Urmel ihren neuen Arbeitsplatz, Urmel trifft laute und leise Menschen, Menschen mit Rollstühlen und bleibt wunderbar entspannt bei der Begegnung mit einem sehr freundlichen Wildschwein auf dem Bürgersteig. ... Weiterlesen


Urmels erste Woche bei uns
27.3.2016: Urmel hat Ragna und Clara und Joschi kennen gelernt, Pferde beobachtet, auf ihrem Platz und in der S-Bahn liegen trainiert, sie ist gerannt, hat mit anderen Hunden gespielt und super gehört :-) ... Weiterlesen

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